Go get your knife, go get your knife. Now kiss me.
– Knife Prty
Kurzinfos
Albumtitel: White Pony
Artist: Deftones
Erscheinungsjahr: 2000
Dauer: 52:40
Genres: Alternative Metal, Nu Metal
Mein Alter: 5
Kenne ich die Band/den*die Künstler*in?: Kennen würde ich nicht sagen. Ich weiß, dass die Band existiert, habe aber keine Ahnung, welche Art Musik sie machen und was sie als Gruppierung ausmacht.
Habe ich schon mal Songs der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
Habe ich bereits ein ganzes Album der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
Singles: Change (In the House of Flies), Back to School (Mini Maggit)
Empfohlen von: @sadmin
Tracklist
- Back to School (Mini Maggit) (3:57)
- Feiticeira (3:09)
- Digital Bath (4:15)
- Elite (4:01)
- Rx Queen (4:28)
- Street Carp (2:41)
- Teenager (3:20)
- Knife Prty (4:49)
- Korea (3:23)
- Passenger (6:08)
- Change (In the House of Flies) (4:59)
- Pink Maggit (7:33)
Songs, die mir im Gedächtnis geblieben sind
- Elite
- Knife Prty
- Change (In the House of Flies)
Gedanken
Ich weiß ungefähr nichts über die Deftones und hab die noch nie (bewusst) gehört. Ich habe keine Ahnung, was mich erwarten wird.
Track by Track
Der nachträglich von der Band hinzugefügte Alben-Opener „Back to School (Mini Maggit)” sagt mir vocaltechnisch und melodisch zu. Ich halte es da allerdings lieber wie Falco mit „Nie mehr Schule”.
Beim Hören des Songs (mit Kopfhöreren) hab ich das Gefühl, dass der Sänger direkt neben mir steht, sehr nah an meinem Ohr. Das ist ein wenig weird, aber faszinierend. Finde ich einen interessanten Einstieg, aber nichts, was mir nachhaltig hängen bleiben wird. Ich mag vor allem den Vibe des Songs.
„Feiticeira“ wäre der eigentliche, ursprüngliche Alben-Opener gewesen. Der Track fühlt sich bisschen gediegener an, ist langsamer als „Back to School (Mini Maggit)“. Aus irgendeinem Grund fand ich die erste Zeile des Songs „Fuck, I’m drunk“ witzig. Unfortunately, been there, done that. Der Song kriegt mich melodisch eher als gesangstechnisch und lyrisch. Finde den vom Vibe her auch ganz schön disturbing. Muss hier kurzzeitig an Korn denken. Besonders der letzte Part, in dem „Soon I’ll let you go“ wiederholt wird, löst das in mir aus.
Bei „Digital Bath“ ist mein erster Gedanke, dass der Song sofort auf meine Late Night-Playlist muss. Sehr haunting. Der Sänger hat wohl darüber nachgedacht, wie er ein Mädchen in der Badewanne umbringen würde durch das Hineinwerfen eines elektrischen Geräts. Weird. Das ist alles sehr weird bis hier. Ich mag die Zeile: „Tonight, I feel like more“. Muss kurzzeitig an das „Diane“-Cover von Therapy? (Original ist von Husker Dü) denken, was ich sehr liebe und das Haunting-Level gleich noch um ein hundertfaches anzieht.
„Elite“ setzt den weirden Vibe fort mit der ersten Zeile „When you’re ripe, you’ll bleed out of control“. Mag ich. Ich mag auch den geschrienen Chorus. Der Song klingt für mich ein wenig futuristisch stellenweise und ist sehr heavy. Mag ich ebenfalls. Vielleicht muss ich mir frühere Alben/Songs von den Deftones anhören. „Elite“ soll wohl sehr in die Richtung gehen.
Der Anfang von „Rx Queen“ ist spannend. In den ersten Zeilen bekomme ich kurz Marilyn Manson Vibes. Verse 2 ist einfach peak romantic: „We’ll stop to rest on the moon / And we’ll make a fire / I’ll steal a carcass for you / Then feed off the virus“. Ich find den Song spannend, sehr vibe-y. Aber irgendwie fehlt mir was. Ich kann (noch) nicht vollstens sagen, dass ich den Song/das Album/die Band richtig gut finde, dass das meins ist oder meins werden könnte.
„Street Carp“ ist wieder heavier. Der Song gibt mir irgendwie gar nichts.
„Teenager“ ist sehr ruhig. Ich mag die Zeilen „I climbed your arms / Then you pulled away / New cavity moved into / My heart today“. Bis hier catcht mich das Album irgendwie nicht so richtig. Leider. Ich hab das Gefühl, dass die Band schon mein Vibe ist, aber ich schaffe es nicht so richtig eine Verbindung zu den Songs aufzubauen. Der Ausklang vom Song bleibt mir positiv im Gedächtnis.
„Knife Prty“ entlockt mir mit seinem Anfang ein erstauntes, freudiges „Oh“. I’m such a sucker for good guitar parts. Der Track ist es für mich. Ich möchte mich reinlegen und auf unbestimmte Zeit nicht aus diesem Song herausbewegen. Der Chorus ist unglaublich schön, insbesondere die Zeilen „(Go get your knife, go get your knife) / Now kiss me“. Der weibliche Gesang ist unerwartet, aber sehr stimmig und passend. Der Track reiht sich für mich zu „Digital Bath“ ein. Die beiden Songs haben für mich einen ähnlichen Vibe. Mit Abstand mein bisheriger Favorit vom Album.
Bei „Korea“ vibe ich mit, aber so richtig ist der Song nicht mein Ding. Gerade, als ich das schreibe, erreicht der Song die zwei Minuten Marke und ab da ist der melodisch richtig nice. Am Anfang hatten sie mich nicht, aber am Ende dann doch.
„Passenger“ entlockt mir ein „Oh fuck“. Der Anfang ist schon richtig gut. Der Track hat Gast Vocals von Maynard James Keenan, Sänger von Tool und A Perfect Circle. Das ist also der Zeitpunkt, an dem ich lerne, dass der Sänger von Tool und A Perfect Circle derselbe sind.
„Passenger“ ist wieder sehr haunting und ich mag die Vocals von Keenan, die mich zwischenzeitlich an „Passive“ von A Perfect Circle denken lassen. Einer meiner all time be-all and end-all Songs. Meine Welt hat sich verändert, als ich den das erste Mal gehört habe. Weiß nicht, ob ich einfach an den Song denken wollte oder der Sänger, die Assoziation in mir hervorruft.
Jedenfalls mag ich die Heavyness dieses Deftone Songs und wie das „Go“ im Outro gesungen wird. Das Klavier, was den Song ausklingen lässt, ist auch sehr haunting.
„Change (In the House of Flies)“ lässt mich mit seinem Fliegenthema an die Zeilen „I think about tomorrow, please let me sleep / As I slip down the window, freshly squashed fly / You mean nothing“ aus The Cures „The Figurehead“ denken.
Persönlich möchte ich gerade nicht weiter genauer hinschauen, warum die Zeilen aus dem dritten Verse „I look at the cross / Then I look away / Give you the gun / Blow me away” so stark in mir resonieren. Es ist alles sehr faszinierend. Ich finde es ein wenig unerwartet, dass ich den Song mag. Aber here we are.
„Pink Maggit“ schließt das Album mit mehr Weirdness. Das zieht sich immerhin durch. So kurz vor der zwei Minuten Marke kriegt mich der Song. Besonders schön fand ich den Herzschlag am Ende.
Fazit
Weird, haunting und in Teilen heavy.
Das Album „White Pony“ hat mich nicht so gekriegt, wie ich dachte und erwartet habe. Da sind viele Elemente drin gewesen, die ich mag und auf die ich normalerweise anspringe. Aber irgendwie hat mir was gefehlt. Ich weiß nicht, ob ich nicht ganz in der Stimmung dafür war und das vielleicht eines der Alben ist, was mir über die Zeit mehr geben wird. Es ist aber definitiv ein Album, was ich wieder mal hören würde.
Ein Überraschungserlebnis war „Knife Prty“, was sich anschließend als meine Songobsession festgesetzt hat. Allein dafür hat es sich schon gelohnt, das Album zu hören.
Inzwischen hab ich ein paar mehr Alben von den Deftones gehört („Diamond Eyes“, „Saturday Night Wrist“, „Around the Fur“). Insbesondere mit „Saturday Night Wrist“ haben sie mich gekriegt (was übrigens eines der schönsten Alben-Cover hat, was ich je gesehen habe). Vermutlich ist das wirklich eine Band, die mit mir über die Zeit wachsen muss.




