• Go get your knife, go get your knife. Now kiss me.
    – Knife Prty

    Kurzinfos

    Albumtitel: White Pony
    Artist: Deftones
    Erscheinungsjahr: 2000
    Dauer: 52:40
    Genres: Alternative Metal, Nu Metal
    Mein Alter: 5
    Kenne ich die Band/den*die Künstler*in?: Kennen würde ich nicht sagen. Ich weiß, dass die Band existiert, habe aber keine Ahnung, welche Art Musik sie machen und was sie als Gruppierung ausmacht.
    Habe ich schon mal Songs der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
    Habe ich bereits ein ganzes Album der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
    Singles: Change (In the House of Flies), Back to School (Mini Maggit)
    Empfohlen von: @sadmin

    Tracklist
    1. Back to School (Mini Maggit) (3:57)
    2. Feiticeira (3:09)
    3. Digital Bath (4:15)
    4. Elite (4:01)
    5. Rx Queen (4:28)
    6. Street Carp (2:41)
    7. Teenager (3:20)
    8. Knife Prty (4:49)
    9. Korea (3:23)
    10. Passenger (6:08)
    11. Change (In the House of Flies) (4:59)
    12. Pink Maggit (7:33)
    Songs, die mir im Gedächtnis geblieben sind
    • Elite
    • Knife Prty
    • Change (In the House of Flies)
    Gedanken

    Ich weiß ungefähr nichts über die Deftones und hab die noch nie (bewusst) gehört. Ich habe keine Ahnung, was mich erwarten wird.

    Track by Track

    Der nachträglich von der Band hinzugefügte Alben-Opener „Back to School (Mini Maggit)” sagt mir vocaltechnisch und melodisch zu. Ich halte es da allerdings lieber wie Falco mit „Nie mehr Schule”.
    Beim Hören des Songs (mit Kopfhöreren) hab ich das Gefühl, dass der Sänger direkt neben mir steht, sehr nah an meinem Ohr. Das ist ein wenig weird, aber faszinierend. Finde ich einen interessanten Einstieg, aber nichts, was mir nachhaltig hängen bleiben wird. Ich mag vor allem den Vibe des Songs.

    „Feiticeira“ wäre der eigentliche, ursprüngliche Alben-Opener gewesen. Der Track fühlt sich bisschen gediegener an, ist langsamer als „Back to School (Mini Maggit)“. Aus irgendeinem Grund fand ich die erste Zeile des Songs „Fuck, I’m drunk“ witzig. Unfortunately, been there, done that. Der Song kriegt mich melodisch eher als gesangstechnisch und lyrisch. Finde den vom Vibe her auch ganz schön disturbing. Muss hier kurzzeitig an Korn denken. Besonders der letzte Part, in dem „Soon I’ll let you go“ wiederholt wird, löst das in mir aus.

    Bei „Digital Bath“ ist mein erster Gedanke, dass der Song sofort auf meine Late Night-Playlist muss. Sehr haunting. Der Sänger hat wohl darüber nachgedacht, wie er ein Mädchen in der Badewanne umbringen würde durch das Hineinwerfen eines elektrischen Geräts. Weird. Das ist alles sehr weird bis hier. Ich mag die Zeile: „Tonight, I feel like more“. Muss kurzzeitig an das „Diane“-Cover von Therapy? (Original ist von Husker Dü) denken, was ich sehr liebe und das Haunting-Level gleich noch um ein hundertfaches anzieht.

    „Elite“ setzt den weirden Vibe fort mit der ersten Zeile „When you’re ripe, you’ll bleed out of control“. Mag ich. Ich mag auch den geschrienen Chorus. Der Song klingt für mich ein wenig futuristisch stellenweise und ist sehr heavy. Mag ich ebenfalls. Vielleicht muss ich mir frühere Alben/Songs von den Deftones anhören. „Elite“ soll wohl sehr in die Richtung gehen.

    Der Anfang von „Rx Queen“ ist spannend. In den ersten Zeilen bekomme ich kurz Marilyn Manson Vibes. Verse 2 ist einfach peak romantic: „We’ll stop to rest on the moon / And we’ll make a fire / I’ll steal a carcass for you / Then feed off the virus“. Ich find den Song spannend, sehr vibe-y. Aber irgendwie fehlt mir was. Ich kann (noch) nicht vollstens sagen, dass ich den Song/das Album/die Band richtig gut finde, dass das meins ist oder meins werden könnte.

    „Street Carp“ ist wieder heavier. Der Song gibt mir irgendwie gar nichts.

    „Teenager“ ist sehr ruhig. Ich mag die Zeilen „I climbed your arms / Then you pulled away / New cavity moved into / My heart today“. Bis hier catcht mich das Album irgendwie nicht so richtig. Leider. Ich hab das Gefühl, dass die Band schon mein Vibe ist, aber ich schaffe es nicht so richtig eine Verbindung zu den Songs aufzubauen. Der Ausklang vom Song bleibt mir positiv im Gedächtnis.

    „Knife Prty“ entlockt mir mit seinem Anfang ein erstauntes, freudiges „Oh“. I’m such a sucker for good guitar parts. Der Track ist es für mich. Ich möchte mich reinlegen und auf unbestimmte Zeit nicht aus diesem Song herausbewegen. Der Chorus ist unglaublich schön, insbesondere die Zeilen „(Go get your knife, go get your knife) / Now kiss me“. Der weibliche Gesang ist unerwartet, aber sehr stimmig und passend. Der Track reiht sich für mich zu „Digital Bath“ ein. Die beiden Songs haben für mich einen ähnlichen Vibe. Mit Abstand mein bisheriger Favorit vom Album.

    Bei „Korea“ vibe ich mit, aber so richtig ist der Song nicht mein Ding. Gerade, als ich das schreibe, erreicht der Song die zwei Minuten Marke und ab da ist der melodisch richtig nice. Am Anfang hatten sie mich nicht, aber am Ende dann doch.

    „Passenger“ entlockt mir ein „Oh fuck“. Der Anfang ist schon richtig gut. Der Track hat Gast Vocals von Maynard James Keenan, Sänger von Tool und A Perfect Circle. Das ist also der Zeitpunkt, an dem ich lerne, dass der Sänger von Tool und A Perfect Circle derselbe sind.
    „Passenger“ ist wieder sehr haunting und ich mag die Vocals von Keenan, die mich zwischenzeitlich an „Passive“ von A Perfect Circle denken lassen. Einer meiner all time be-all and end-all Songs. Meine Welt hat sich verändert, als ich den das erste Mal gehört habe. Weiß nicht, ob ich einfach an den Song denken wollte oder der Sänger, die Assoziation in mir hervorruft.
    Jedenfalls mag ich die Heavyness dieses Deftone Songs und wie das „Go“ im Outro gesungen wird. Das Klavier, was den Song ausklingen lässt, ist auch sehr haunting.

    „Change (In the House of Flies)“ lässt mich mit seinem Fliegenthema an die Zeilen „I think about tomorrow, please let me sleep / As I slip down the window, freshly squashed fly / You mean nothing“ aus The Cures „The Figurehead“ denken.
    Persönlich möchte ich gerade nicht weiter genauer hinschauen, warum die Zeilen aus dem dritten Verse „I look at the cross / Then I look away / Give you the gun / Blow me away” so stark in mir resonieren. Es ist alles sehr faszinierend. Ich finde es ein wenig unerwartet, dass ich den Song mag. Aber here we are.

    „Pink Maggit“ schließt das Album mit mehr Weirdness. Das zieht sich immerhin durch. So kurz vor der zwei Minuten Marke kriegt mich der Song. Besonders schön fand ich den Herzschlag am Ende.

    Fazit

    Weird, haunting und in Teilen heavy.
    Das Album „White Pony“ hat mich nicht so gekriegt, wie ich dachte und erwartet habe. Da sind viele Elemente drin gewesen, die ich mag und auf die ich normalerweise anspringe. Aber irgendwie hat mir was gefehlt. Ich weiß nicht, ob ich nicht ganz in der Stimmung dafür war und das vielleicht eines der Alben ist, was mir über die Zeit mehr geben wird. Es ist aber definitiv ein Album, was ich wieder mal hören würde.

    Ein Überraschungserlebnis war „Knife Prty“, was sich anschließend als meine Songobsession festgesetzt hat. Allein dafür hat es sich schon gelohnt, das Album zu hören.

    Inzwischen hab ich ein paar mehr Alben von den Deftones gehört („Diamond Eyes“, „Saturday Night Wrist“, „Around the Fur“). Insbesondere mit „Saturday Night Wrist“ haben sie mich gekriegt (was übrigens eines der schönsten Alben-Cover hat, was ich je gesehen habe). Vermutlich ist das wirklich eine Band, die mit mir über die Zeit wachsen muss.

  • Hinter Mauern aus Angst, einer Festung aus Wut sperr ich mich ein, versteck mich gut. Hab mich dir gestellt, dafür sitz ich jetzt ein, hinter Mauern aus Angst mit mir allein.
    – Mauern aus Angst

    Kurzinfos

    Albumtitel: Zirkus Zeitgeist
    Artist: Saltatio Mortis
    Erscheinungsjahr: 2015
    Dauer: 53:40
    Genres: Folk-Punk, Mittelalter-Rock
    Mein Alter: 20
    Kenne ich die Band/den*die Künstler*in?: Ja
    Habe ich schon mal Songs der Band/der*des Künstler*in gehört?: Ja.
    Habe ich bereits ein ganzes Album der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
    Singles: Wo sind die Clowns?
    Empfohlen von: @AliveDevil

    Tracklist
    1. Wo sind die Clowns? (3:25)
    2. Willkommen In Der Weihnachtszeit (2:44)
    3. Nachts Weinen Die Soldaten (4:38)
    4. Des Bänkers Neue Kleider (4:01)
    5. Maria (3:18)
    6. Wir Sind Papst (3:15)
    7. Augen Zu (4:51)
    8. Geradeaus (4:20)
    9. Erinnerung (4:20)
    10. Trinklied (3:33)
    11. Rattenfänger (3:24)
    12. Todesengel (3:54)
    13. Vermessung Des Glücks (4:10)
    14. Abschiedsmelodie (3:47)
    15. Gossenpoet (Bonus) (3:35)
    16. Mauern aus Angst (Bonus) (3:39)
    17. Gaudete (Bonus) (3:22)
    Songs, die mir im Gedächtnis geblieben sind
    • Geradeaus
    • Vermessung des Glücks
    • Abschiedsmelodie
    • Gossenpoet
    • Mauern aus Angst
    Gedanken

    Saltatio Mortis sind mir keine unbekannte Band. Ich hab in meiner Jugend viel Zeit in Umgebungen verbracht, die es schwierig machten an Saltatio Mortis vorbeizukommen. Da ist mein Wissen über die Band aber auch stehengeblieben. Einzelne Songs aus “Wer Wind Sät”, “Aus der Asche” und “Des Königs Henker” kenne ich. Ein ganzes Album von Saltatio Mortis hab ich allerdings noch nie gehört. Das jetzt wird also ein Novuum.

    Da “Wo sind die Clowns?” als Mittelalter-Rock beschrieben wird, hab ich eine grobe Vorstellung, was mich erwarten könnte. Gesellschaftskritisch sollen die Texte sein. Wie ich das finden soll, weiß ich noch nicht. Saltatio Mortis sind keine Band, bei der ich damit gerechnet habe. Die Tracklist wirkt auf mich auf den ersten Blick zusammengewürfelt. Ich bin gespannt, was das wird und wie sie die Gesellschaftskritik umsetzen.

    Es gibt von dem Album eine Deluxe-Edition, die Songs anderer Bands beinhaltet. Die werde ich mir aber nicht anhören.

    Wir gehen rein.

    Track by Track

    Der Opener und Titeltrack “Wo sind die Clowns?” gibt mir gleich zu Beginn Jahrmarkt-Vibes und konfrontiert mich mit meinem Unbehagen gegenüber Clowns, was ich nicht sonderlich erquicklich finde. Der Song ist sehr Mittelalter-rockig. “Jeden Tag die gleichen Bilder: Mord, Krieg, Hunger und Gewalt” als erste Zeile auf einem Album ist eine Ansage und finde ich persönlich bisschen platt. Bei der Grundaussage, dass wir alle zu wenig lachen, kann ich allerdings mitgehen. Der Song bewegt mich jedoch nicht dazu mehr lachen zu wollen.
    Während ich den Song höre, muss ich an “Musik ist keine Lösung” von Alligatoah denken und weiß nicht, ob das ein gutes Omen ist.
    Ich finde die Mischung aus Mittelalterrock und Gesellschaftskritik hier bereits seltsam und habe die Befürchtung, dass das für mich nicht funktionieren wird.

    “Willkommen In Der Weihnachtszeit” ist einer der Songs, bei denen ich mich gefragt habe, was dahinter steckt. Spoiler: Es ist Kapitalismus- und Konsumkritik. Finde den Song textlich, wie seinen Vorgänger, leider sehr platt. Das gibt mir echt nix.

    “Nachts Weinen Die Soldaten” macht weiter mit Kriegs- bzw. Militarismuskritik. Ich frage mich, ob wir jetzt quer durch einmal alles mitnehmen auf diesem Album und bin sehr skeptisch.
    Der Song ist mir direkt zu Anfang zu pathetisch. Für mich ist das jetzt schon ein Nein. Ich finde das Kriegs- und Militarismuskritik besser in der Novelle “Draußen vor der Tür” von Wolfgang Borchert oder auch in einigen Gedichten von Erich Kästner (“Primaner in Uniform”, “Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?”, “Verdun, viele Jahre später”) umgesetzt wurden. Gerade der Roman ist natürlich nicht so leicht verdaulich und braucht mehr Zeit als ein Song, aber gibt mir persönlich mehr.
    Damit möchte ich nicht sagen, dass die Band das nicht thematisieren sollte. Ich verstehe, was sie erreichen wollen, aber es ist mir zu platt, zu banal. Ich würd’s gern fühlen, aber ich fühle es absolut nicht.

    “Des Bänkers Neue Kleider” finde ich zu Beginn melodisch schön. Saltatio Mortis kippen hier noch wenig mehr Kapitalismuskritik auf die Kritikhalde, diesmal in Form von Bankenkritik. Das ist Lied vier und ich spüre, wie ich meine Stirn runzle, weil ich noch 13 weitere Lieder in vermutlich ähnlicher Art vor mir habe. Ich finde die Assoziierung im Text mit dem Märchen “Des Kaisers neue Kleider” charmant und kann dem bisschen was abgewinnen,. Die Melodie mag ich ebenfalls. Aber das war’s dann auch schon.

    “Maria” macht weiter mit Religionskritik. Das Album fühlt sich etwas wie Bingo an bis hier. Der Song thematisiert u. a. es zu bereuen Mutter geworden zu sein, Abtreibung und Suizid.
    Grundlegend alles Themen, die besprochen gehören, aber ich habe nicht das Gefühl, dass Saltatio Mortis das gut schaffen auf diesem Album. Es wird alles nur angeschnitten und fühlt sich oberflächlich an. Ich gehe kopschüttelnd in den nächsten Song.

    “Wir Sind Papst” beginnt mit einem Marschrhythmus, mit dem ich nicht gerechnet habe. Ich ersticke gleich unter der Kritikhalde und vielleicht ist die Patriotismuskritik dieses Songs der Auslöser.
    Ich wiederhole mich, aber textlich ist auch hier für mich keine Tiefe zu finden. Mir entfährt ein tiefes Seufzen. Der Song bekommt ein Nein von mir.

    Meine erste Notiz zu “Augen Zu” ist “Cringe”. Der Track ist langsamer als die bisherigen Songs. Balladen-esk. Besonders cringe finde ich den Chorus: “Die Augen zu, die Lider fest geschlossen / Weiter so mit dummdreist festem Schritt / Das Volk marschiert noch wie in alten Tagen / Den Kopf im Sand bekommt es keiner mit / Die Augen zu!”
    Die Zeilen “Gezeugt mit Lust, geboren ohne Freude / Die Klappe frisst dein ungewolltes Kind / Willst es nicht seh’n, doch ist es nur verschwunden / Weil deine Augen fest verschlossen sind” stoßen mir richtig negativ auf, wenn ich das aus der Perspektive lese, dass Kritik an der Person geübt wird, die das Kind in die Babyklappe legt. Das finde ich nicht gut. Es gibt Gründe, warum Menschen das tun und das letzte sinnvolle ist es, sie dafür zu verurteilen. Vielleicht lieber Möglichkeiten schaffen, dass solche Situationen vermieden werden oder bessere Infrastruktur schaffen, dass Kinder, die da abgelegt werden, in liebevollen Umgebungen aufwachsen. Aber das ist dann wohl zu viel des guten für ein Album. Absoluter Dislike für den Song.

    “Geradeaus” geht nach vorn. In dem Song wird Kritik an Kritiker*innen geübt. Hat mehr Party-Vibes und ist wilder, als ich an diesem Punkt erwartet habe.
    Das Lied funktioniert besser für mich als alles davor. Hier werden Assoziierungen zu vergangenen Songs aufgemacht, was ich ganz nett finde. Ich habe den Eindruck, dass Saltatio Mortis für mich besser funktionieren, wenn sie sich selbst nicht so Ernst nehmen.

    “Erinnerung” ist eine sehr nostalgische Ballade. Ich bekomme den Eindruck, dass ab “Geradeaus” ein thematischer Umschwung von reiner Kritik zu anderen Themen stattfindet. Der Song lässt vor meinem inneren Auge Bilder auftauchen, in denen Leute auf einem Konzert ihr Handylicht oder ihr Feuerzeug schwenken. Leider ist das ganze Ding textlich wieder platt und sehr pathetisch.
    An der Stelle möchte ich einfügen, dass ich Plattheit nicht per se für was schlechtes halte. Das kann wirklich gut funktionieren. Einige Texte von Eisbrecher haben bspw. ebenfalls keinen lyrischen Höchstanspruch, aber gehören eben zu dieser Art Songs, die für mich besser funktionieren. Ich muss an “Was ist hier los?” denken. Das knüpft thematisch für mich Richtung “Wir sind Papst” und “Augen zu” an.

    “Trinklied” ist ein Trinklied, was Alkohol kritisch sieht. Das finde ich zur Abwechslung sympathisch. Kann man machen und gehört für mich zu den besseren Liedern auf dem Album.

    “Rattenfänger” ist ebenfalls eines der besser ertragbaren Lieder für mich. Es wird noch ein wenig platte Wolllustkritik auf die Halde geworfen. Den Text kann man allerdings auch gut ignorieren, weil die Melodie reinhaut. Das ist wahrscheinlich harsch, aber die Lyrics auf dem Album können mich wirklich nicht begeistern.

    “Todesengel” ist, laut dem Wikipedia-Artikel zum Album, ein Song über zwei Mädchen, an denen im KZ Auschwitz von Mengele Experimente durchgeführt wurden. Das Thema in der Form hier mit dem mittelalterlichen Instrumenten empfinde ich als geschmacklos und völlig daneben gegriffen.
    Ich denke an das Gedicht “Todesfuge” von Paul Celan und wünsche mir, dass ich statt dieses Songs lieber davon die vertonte Version gehört hätte.
    Ich persönlich hätte dieses Lied nicht gebraucht und finde es in der Form mit der Instrumentierung und dem Text wirklich unglaublich seltsam und unpassend. Die platitüdenhaften Lyrics, wie bspw. “Gib dich nie auf, fang an zu träumen! / Mach deine Träume wahr! / Taten zählen mehr als Worte / Vergebung ist so wunderbar” helfen dabei auch nicht.
    Ich bin dankbar, wenn ich diesen Song nie wieder in meinem ganzen Leben hören muss. Das war absolut grauenhaft.

    Nach dem harten Thema des vorherigen Songs wird es mit “Vermessung Des Glücks” inhaltlich wieder leichter. Der Song beinhaltet die ersten Zeilen auf dem Album, die ich halbwegs mag: “Sag mir, wie man Glück vermisst / Wo deine Zeit geblieben ist”. Melodisch finde ich “Vermessung des Glücks” ganz schön.

    “Abschiedsmelodie” ist der letzte Track, bevor die Bonus-Tracks kommen, und ein langsamer Ausklang. Er erinnert mich etwas an eine der neueren Singles von Saltatio Mortis “Ich schrei deinen Namen in die Nacht”, in die ich mich beim ersten Mal hören sofort verliebt hatte. “Abschiedsmelodie” ist ein wenig pathetisch, aber hier finde ich das gut auszuhalten. Ich mag, wie er “Unsere Zeit war wie Musik, unsere Liebe Sinfonie” singt.

    Der Anfang von “Gossenpoet (Bonus)” gibt mir hardcore Die Prinzen-Vibes. Der Song nimmt sich textlich nicht so ernst, was ich ganz nett finde. Er erfüllt wahrscheinlich auch eher das, was ich als intrinsische Erwartung an Mittelalter-Rock habe. Persönlich brauche ich nach dem Album bisschen “Lalalalala”.

    “Mauern aus Angst (Bonus)” holt mich melodisch sofort ab. Den finde ich textlich schön, insbesondere die Zeilen “Hab mich dir gestellt, dafür sitz ich jetzt ein / Hinter Mauern aus Angst mit mir allein”. Der Song ist für mich ein Banger und ich frage mich, wieso das restliche Album nicht so sein konnte?

    “Gaudete (Bonus)” ist für mich Classic Mittelalter-Rock. Mag ich. Irgendwie fragwürdig, dass ich die Bonus-Tracks besser als das gesamte Album finde. Das ist ein reiner Spaß-Song und das brauche ich ebenso wie das “Lalalalala”.

    Fazit

    Leider ist Musik in diesem Fall wirklich keine Lösung. Einerseits war mein Grundproblem mit diesem Album, dass ich Mittelalter-Rocke eher mit spaßigen, positiven Kontexten assoziiere. Andererseits finde ich, dass Saltatio Mortis zu viel inhaltlich wollten auf diesem Album. Ich konnte Inhalt und Instrumentierung oftmals nicht miteinander in Verbindung bringen. Dass die Texte platt waren, war nur die Kirsche obendrauf.

    Werde ich dieses Album wieder aufsuchen? Nein, auf keinen Fall. Das war mir zu all-over-the-place und ich habe dabei wenig positives gefühlt.
    Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich die Songs, die mir im Gedächtnis geblieben sind, nochmal hören werde, außer vielleicht den Bonus-Track “Mauern aus Angst”.
    Von diesem Hörerlebnis brauche ich wirklich keine Wiederholung.

  • Ich laufe, setze einen Fuß vor den anderen. Das Wasser schwappt gegen meine Beine. Die Augen auf die gelbgrünliche Flüssigkeit unter mir gerichtet, bewege ich mich weiter. Den Gestank von Exkrementen und anderweitigen Kanalisationsgerüchen ignorierend.

    Gedanken schleichen wieder durch mein wabbeliges Hirn, während tote aufgequollene Körper an mir vorbeitreiben. Ich bleibe stehen, beobachte das Schauspiel regungslos.
    Ihre Gesichter sind unkenntlich und doch könnte ich schwören, dass sie mich hämisch angrinsen. So, als wüssten sie von meiner Lähmung, dieser verschissenen Beeinträchtigung, die mich am Leben hindert.

    Das Wasser schwappt in größeren Wellen gegen meine nackten Beine. Die Rattenbisse an den Waden und Füßen schmerzen. Ekel vor mir selbst packt mich.
    Ich bin gelähmt zwischen all den Wasserleichen. Gelähmt, allein, krank von meiner eigenen Existenz, ohne Hoffnung auf eine helfende Hand. Eine, die mich aus diesem Loch herauszieht.

    Ich reiße mich von dem Bild, welches sich mir bietet, los und laufe mit zusammengebissenen Zähnen weiter.
    Die Einsamkeit umhüllt mich hier unten wie eine Zwangsjacke. Entkommen nicht möglich, der kleinste Versuch zwecklos. Sie nimmt mir die Luft zum Atmen und die Kraft den Ausgang aus diesem so verwirrenden Irrgarten zu suchen.
    Dabei bräuchte ich das Licht so dringend.

    Das monotone Tropfen des Wassers aus irgendeiner Abwasserleitung begleitet mich auf meinem Weg. Die Uhr tickt. Lebenszeit verstreicht ungenutzt.
    Sekunde um Sekunde, Minute um Minute, Stunde um Stunde.
    Ein ewiger Kreislauf, dessen Ende in meiner Welt nicht existent ist.

    Es fühlt sich seltsam an, an einem Ort zu schlafen, der gemieden wird. Es fühlt sich seltsam an und doch irgendwo vertraut. Paradoxe Gefühle fluten durch meinen Körper, lassen mich leicht erzittern.
    Das Wasser steht mir nun schon bis zur Hüfte.

    Die Kanalisation, die Katakomben dieser Stadt sind mein neues zu Hause. Zusammen mit der Beeinträchtigung, die mich nicht mehr loslässt, alle klaren Gedanken bereits vor dem Denken zu Grabe trägt und mir alles genommen hat, was mir einst lieb und teuer war.

    Ich tauche mit dem Kopf unter Wasser, lasse ihre Schreie in meinem Kopf verstummen. Einfach so sind sie weg.
    Und während ich die Stille um mich herum genieße, bin ich mir fast sicher, eines Tages, vielleicht, wieder ohne sie leben zu können.


    Current music: Sopor Aeternus – Is it safe to SLEEP alone?

    (30.12.2011)

  • You can’t say no to hope, can’t say no to happiness.
    – Alarm Call

    Kurzinfos

    Albumtitel: Homogenic
    Artist: Björk
    Erscheinungsjahr: 1997
    Dauer: 43:35
    Genres: Electronica, Trip Hop, Art Pop, Experimental
    Mein Alter: 2
    Kenne ich die Band/den*die Künstler*in?: Ja
    Habe ich schon mal Songs der Band/der*des Künstler*in gehört?: Wahrscheinlich, aber ich könnte keinen benennen.
    Habe ich bereits ein ganzes Album der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
    Singles: Jóga, Bachelorette, Hunter, Alarm Call, All Is Full Of Love
    Empfohlen von: @danyow

    Tracklist
    1. Hunter (4:15)
    2. Jóga (5:05)
    3. Unravel (3:21)
    4. Bachelorette (5:12)
    5. All Neon Like (5:53)
    6. 5 Years (4:29)
    7. Immature (3:06)
    8. Alarm Call (4:19)
    9. Pluto (31:19)
    10. All Is Full Of Love (4:33)
    Songs, die mir im Gedächtnis geblieben sind
    • Jóga
    • Bachelorette
    • Alarm Call
    • Pluto
    • All Is Full of Love
    Gedanken

    Ich weiß wenig über Björk, nur dass sie sehr experimentell unterwegs ist und viel Einfluss auf die moderne Poplandschaft mit ihrer Kunst genommen hat.

    Ich bin sehr gespannt, was mich erwarten wird. Ich habe keine Vorstellung, wie dieses Album sein und mit was ich konfrontiert werden könnte.

    Track by Track

    “Hunter” wirkt unheimlich, gespenstisch auf mich. Ich spüre sofort die Experimentalität, die ich erwartet habe. Die Drums in dem Song sind spannend. Gibt mir bisschen was von Marschtrommeln, was mit dem “I’m going hunting” gut zusammenpasst. Der Einsatz der Streicher ist unerwartet, aber unglaublich schön. Die Bridge gefällt mir gesangstechnisch mit den Zeilen “I thought I could organize freedom / How Scandinavian of me”. Ich bin fasziniert und freue mich auf das restliche Album. Ich muss an das erste Mal denken, als ich “Hounds of Love” von Kate Bush gehört habe. Das war ein krasses, für mich weltveränderndes Erlebnis. Vielleicht schafft “Homogenic” das auch.

    “Jóga” greift die Streicher wieder auf, was mir sehr gefällt. Ich mag Björks Stimme sehr und wie der Pre-Chorus sich zum Chorus aufbaut, insbesondere die Intensität mit der sie “Emotional” im Pre-Chorus singt. Die Instrumentierung im zweiten Chorus ist super spannend. Ich mag den, und bin wirklich fasziniert. Es fühlt sich bisschen an, als würde ich gerade in einem anderen Kosmos sein. Ich bekomme das Gefühl hier ein ganz besonderes Album zu hören.

    In “Unravel” bleiben mir die übereinander gelegten Vocals in Erinnerung. Ich mag die Zeilen im Pre-Chorus, die in den Chorus übergehen: “The devil collects it / With a grin / Our love, our love / In a ball of yarn / He’ll never return it / So, when you come back / We’ll have to make new love”. Der Song hat eine ätherische, unwirkliche Wirkung auf mich.

    Der Anfang von “Bachelorette” ist intensiv und gibt mir Film Score-Vibes. Textlich ist das bisher mein Favorit. Besonders schön finde ich Verse 4: “I’m a whisper in the water / Secret for you to hear / You’re the one who grows distant / When I beckon you near”. Das erinnert mich ein wenig an den Song “Plastic Heart” von Nostalghia, welchen ich abgöttisch liebe, aus dem John Wick: Chapter 2 Soundtrack. “Bachelorette” fesselt mich. Die Streicher bescheren mir eine Gänsehaut. Das Schifferklavier am Ende vom Song kommt sehr unerwartet, unterstützt aber die melancholische, schwere Note des Songs.

    “All Neon Like” führt die Gänsehaut bei den Zeilen im ersten Verse: “Not till you halo all over me /
    I’ll come over / Not till it shimmers ’round your skull / I’ll be yours” direkt weiter. Der Beat lässt mich entfernt an einen Herzschlag denken. Es geht um Heilung, aber es ist keine gesunde Art von Heilung. Dafür ist es melodiös zu unruhig und auch Zeilen wie “With a razor blade / I’ll cut a slit open / And the luminous beam / Heals you, honey, heals you” drehen das Ganze in eine ungesunde Richtung. Spannender Song.

    “5 Years” konfrontiert mich bereits zu Beginn mit Wut.Ich mag die Verses, die am Ende immer etwas variieren. Mein liebster textlich ist Verse 2: “I dare you / To take me on / I dare you / To show me your palms / I’m so bored with cowards / That say they want / Then they can’t handle”. Björk hat keine Lust mehr, ich dafür umso mehr Lust auf dieses Album.
    Auch die Art wie sie Verse 2 gesangstechnisch rüberbringt, sagt mir sehr zu. Die Streicher, die sich durchs Album ziehen, sind definitiv ein Highlight für mich. Den letzten Part, in dem nur das Stampfende zu hören ist, mag ich. Hat was mantra-artiges.

    “Immature” ist ein richtiger Kontrast zum vorherigen Song. Er ist viel sanfter und bringt Glöckchen mit (<3). Ich fühle die Zeilen “How could I be so immature / To think he could replace / The missing elements in me? / How extremely lazy of me” sehr.

    “Alarm Call” wirkt direkt optimistischer und ich merke jetzt erst, wie gloomy das alles bis eben war. Die Zeile “You can’t say no to hope / Can’t say no to happiness” finde ich sehr stark. Der Hip-Hop-ähnliche Beat, der in der Mitte des Songs aufkommt, mag ich sehr. Im Allgemeinen finde ich “Alarm Call” sehr poppig. Der gehört zu meinen Favoriten auf dem Album.

    “Pluto” überrascht mich mit einem abgefahrenem Anfang, der sehr abgehackt, zerstückelt klingt. Ich muss kurzzeitig an Nine Inch Nails denken, vor allem bei den Zeilen: “Excuse me / But I just have to / Explode / Explode this body / Off me”. Unüberraschend verliebe ich mich in diesen Song. Der fällt sehr aus den Tracks des bisherigen Albums raus. Der Rest war relativ ruhig und das hier ist schon etwas chaotisch.

    “All Is Full Of Love” stellt einen wohltuenden, besänftigenden Ausklang des Albums dar. Vor allem lyrisch. Ich mag die Zeilen “You’ll be given love / You’ll be taken care of / You’ll be given love / You have to trust it”. Generell mag ich das, wenn Alben mich nicht in einem “state of devastation” zurücklassen, hab ich festgestellt, und ein wenig hoffnungsvoll enden. Ab 2:00 Minuten begleitet mich der Gedanke “Oh. Oh, das ist besonders”. Ein schöner Ausklang, der sich ein wenig wie eine Umarmung anfühlt.

    Fazit

    “Homogenic” ist ein ganz besonderes Album. Mehrmals ist das Wort “Gesamtkunstwerk” in meinen Gedanken aufgetaucht. Das Album hatte nicht ganz die Wirkung, die “Hounds of Love” von Kate Bush beim ersten Mal hören auf mich hatte. Es kam dem allerdings ausgesprochen nah.

    Besonders “Pluto” hat mich sehr mitgenommen. Björk scheint in ihren späteren Alben mehr auch die Richtung aus diesem Song ausgelotet zu haben. Da muss ich, glaube ich, nochmal tiefer rein. Das war richtig gut.

    Das war eine sehr faszinierende Erfahrung und gehört definitiv zu meinen Alben-Favoriten aus der Liste.

  • I’m the patron saint of the denial, with an angel face and a taste for suicidal.
    – St. Jimmy

    Kurzinfos

    Albumtitel: American Idiot
    Artist: Green Day
    Erscheinungsjahr: 2004
    Dauer: 01:05:00
    Genres: Punk Rock, Pop Punk
    Mein Alter: 9
    Kenne ich die Band/den*die Künstler*in?: Ja
    Habe ich schon mal Songs der Band/der*des Künstler*in gehört?: Ja
    Habe ich bereits ein ganzes Album der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
    Singles: American Idiot, Boulevard of Broken Dreams, Holiday, Wake Me Up When September Ends, Jesus of Suburbia
    Empfohlen von: @heljar

    Tracklist
    1. American Idiot (2:56)
    2. Jesus of Suburbia (9:08)
    3. Holiday / Boulevard of Broken Dreams (8:13)
    4. Are We the Waiting / St. Jimmy (5:38)
    5. Give Me Novacaine / She’s a Rebel (5:26)
    6. Extraordinary Girl / Letterbomb (7:40)
    7. Wake Me Up When September Ends (4:45)
    8. Homecoming (9:18)
    9. Whatsername (4:17)
    10. Too Much Too Soon (3:30)
    11. Shoplifter (1:49)
    12. Governator (2:31)
    Songs, die mir im Gedächtnis geblieben sind
    • American Idiot
    • Boulevard of Broken Dreams
    • Wake Me Up When September Ends
    Gedanken

    In Anbetracht dessen, dass Green Day beim diesjährigen Superbowl spielen und der Albumtitel aktueller denn je ist, möchte ich hiermit meine popkulturelle Wissenslücke schließen. Ich bin nicht ganz unbedarft. Natürlich kenne ich “American Idiot”, “Boulevard of Broken Dreams” und “Wake Me Up When September Ends”, aber da hört mein Wissen bereits schon auf. Green Day waren / sind eine Band, die für mich existiert hat, jedoch keine konkrete Relevanz hatte.
    2004 mit 9 Jahren war ich noch im Popuniversum mit Sarah Connor, Jeanette und den No Angels unterwegs. Meine politischen Einstellungen kamen erst später und da waren dann die ärzte mein Mekka.

    Ich glaube, es wird interessant dieses Album jetzt zu hören, wo es doch wieder stark inhaltlich an Relevanz gewonnen. Es ist übrigens die Deluxe Version. Auf der Standard sind “Too Much Too Soon”, “Shoplifter” und “Governator” nicht drauf.

    Let’s go. Ich hab Bock.

    Track by Track

    Mit “American Idiot” eröffnen Green Day das Album mit einem absolutem Banger. Inhaltlich leider relevanter denn je. Der Song ist auf jeden Fall gut gealtert. Der erste Verse ist schon iconic: “Don’t wanna be an American idiot / Don’t want a nation under the new media / And can you hear the sound of hysteria? / The subliminal mindfuck America”.
    Ich mag das Antreibende des Songs und setze ihn sofort auf meine Lieblingstrack-Liste des Albums.

    “Jesus of Suburbia” beginnt langsamer als der Opener. Ich mag den Rhythmus und finde es ein wenig wagemutig direkt den zweiten Song einen 9-Minuten langen Song sein zu lassen. Wobei Meat Loaf in “Bat Out Of Hell II” mit der 12-Minuten Version von “I’d do anything for love” als Album-Opener auch ziemlich gut gefahren ist.
    Ich bekomme das Gefühl, dass das ein Song ist, den ich mehrmals hören muss. Mit seinen insgesamt fünf Parts, die eine ineinander übergreifende Geschichte erzählen, empfinde ich ihn als recht komplex. Das ist eine überraschende Entwicklung, mit der ich gar nicht gerechnet habe.
    Ich mag den Part in “City of the Damned”, in dem Billie Joel “City of the dead / At the end of another lost highway” singt.
    In Verse 5 im “I Don’t Care”-Part liebe ich die Zeilen “Everyone’s so full of shit / Born and raised by hypocrites / Hearts recycled, but never saved / From the cradle to the grave”.
    Während des Hörens denke ich erneut darüber nach, dass es definitiv eine interessante Entscheidung ist so einen langen und in sich gebrochenen Track so früh und überhaupt in das Album zu setzen.
    In Part IV “Dearly Beloved” fühle die Zeile “Are we demented or am I disturbed?” sehr. Außerdem gibt es hier Glöckchen (<3).
    Die Zeile “Oh therapy, can you please fill the void? / Am I retarded or am I just overjoyed?” hat mich zum Lachen gebracht, was ich, glaube ich, bisher noch nicht hatte beim Hören der ganzen bisherigen Alben.
    Der Übergang von “Dearly Beloved” zu Part V “Tales of Another Broken Home”, in dem von den ruhigen Glöckchen zur schroffen Gitarre übergegangen wird, gefällt mir sehr.

    “Holiday / Boulevard of Broken Dreams” ist eine Zusammenlegung von Songs, die auf der Deluxe Version des Albums mehrmals stattfindet und erst nachträglich erfolgt ist.
    “Holiday” kenne ich sogar, fällt mir auf. Ich habe mich nur nicht dran erinnern können. Der treibende Rhythmus bleibt mir positiv im Kopf. Aus dem Track geht die Anti-Kriegs-Einstellung der Band ziemlich klar hervor.
    Der Übergang von “Holiday” zu “Boulevard of Broken Dreams” ist traumhaft schön. BOBD mag ich sowieso. Ich finde spannend, dass hier “I walk alone” gesungen wird und in “Jesus of Suburbia” die Zeilen “And I’ve walked this line / A million and one fuckin’ times” vorkommen. Lässt mich beides an den Song von Johnny Cash und die Zeile “You walk the line / So everybody sees you” in “Former Me” von Neuroticfish denken.
    Die Chorus-Zeile “Sometimes, I wish someone out there will find me / ‘Til then, I walk alone” ist stark. Der Einsatz der Akustikgitarre im Chorus und nur die Vocals sind wirklich schön, bevor der Rest an Instrumenten dem Song mehr Wucht gibt.
    Das Outro mag ich.

    “Are We the Waiting / St. Jimmy” beginnt nur mit einem Schlagzeug, bis dann die Gitarre dazustößt. “Are We the Waiting” wirkt auf mich zurückgenommer und gibt mir Balladen-Vibes. Der hat Stadion-Charakter und ich kann mir direkt ein Publikum vorstellen, was “Are we? We are” mitschreit. Der Chorus weckt mantrahafte Assoziationen in mir.
    “St. Jimmy” ist bis ins tiefste Punk Rock (für mich). Schnell, schrammelig, unruhig. Der Chorus mit “I’m the patron saint of the denial / With an angel face and a taste for suicidal” bleibt in meinem Kopf.
    Beide Songs gehören nicht zu meinen Favoriten.

    Mit “Give Me Novacaine / She’s a Rebel” ist die Hälfte des ursprünglichen Nicht-Deluxe-Albums überschritten. Das Bedürfnis nicht mehr fühlen zu können in “Give Me Novacaine, ist mir sehr bekannt und finde ich sehr relatable. Ich mag den Chorus. Der Song ist schwerer, langsamer als sein Vorgänger.
    In “She’s A Rebel” rieche ich eine Liebesgeschichte. Ich mag Verse 2 mit den Zeilen “Is she dreamin’ what I’m thinkin’? / Is she the mother of all bombs? Gonna detonate / Is she trouble like I’m trouble? / Make it a double twist of fate or a melody”.

    “Extraordinary Girl / Letterbomb” hat einen für mich unerwarteten Anfang mit seiner indisch inspirierten Instrumentierung. Den Start in den Song empfinde ich als abrupt. Nicht nur die Instrumentierung am Anfang sagt mir zu, auch jene im Chorus sticht für mich heraus. Im restlichen Song ist sie mir allerdings zu eintönig.
    “Letterbomb” zieht das Tempo an. Die Romanze war von kurzer Dauer. Sie verlässt ihn.

    Wenn “Wake Me Up When September Ends” lese / höre, denke ich sofort “Klassiker”. Der Song fällt aus dem Album konzeptionell und melodiös schon raus. Ich mag das vulnerable an dem Song. Definitiv einer meiner Favoriten. “Wake Me Up When September Ends” soll Billie Joe wohl als Kind zu seiner Mutter gesagt haben nach der Beerdigung seines an Krebs verstorbenen Vaters, als er in sein Zimmer rannte und seine Mutter anklopfte. Finde ich persönlich absolut herzzerreißend.

    “Homecoming” ist wieder ein langer, mehrteiliger Song, ähnlich wie Jesus of Suburbia. Ich mag das Fußstampfen in Verse 1 von Part I “The Death of St. Jimmy”. Der Chorus im Part II “East 12th St.” mit der Akustikgitarre ist witzig. Part III “Nobody Likes You” gibt mir Black Parade von My Chemical Romance Vibes mit den Marschtrommeln. Part IV “Rock and Roll Girlfriend” ist wieder sehr treibend. In Part V “We’re Coming Home Again” gefallen mir die Referenzen in den Lyrics, die sich auf die vorherigen Songs beziehen, z. B. “So send my love a letterbomb and visit me in Hell / We’re the ones goin’”.
    Der Marsch-Part sowie das Fußstampfen am Ende des Songs greift die ersten beiden Parts auf. Ich mag sowas ja. Full circle moment und so.
    Im Großen und Ganzen war der Song allerdings nicht meins.

    Mit “Whatsername” wäre das ursprüngliche Album eigentlich zu Ende. Der Protagonist des Albums trauert hier seinem Love Interest hinterher. Irgendwie bezeichnend, dass die einzige Frau in dem Album-Epos keinen Namen hat. Naja.
    Den “Go”-Part am Ende der Bridge finde ich sehr schön. Die Schlusszeile empfinde ich als einen tollen Album-Closer: “And in the darkest night / If my memory serves me right / I’ll never turn back time / Forgetting you, but not the time”.

    “Too Much Too Soon” ist der erste Bonus-Track und ein schneller, rockiger Song. Er gibt mir irgendwie bisschen Ramones-Vibes. Aber ansonsten ist es kein Song, der mir hängen geblieben ist.

    “Shoplifter” und “Governator sind beide gar nicht meins und bekommen ein Nein von mir.

    Fazit

    “American Idiot” ist ein Album, was im Ganzen gehört werden muss, weil es eine zusammenhängende Geschichte erzählt, finde ich. Das war mir vorher gar nicht klar, wie zusammenhängend und detailliert das Album ist.

    Es besticht für mich durch seine klare Haltung. Des Weiteren finde ich das Konzept um die Geschichte von “Jesus of Suburbia” spannend. Es hinterlässt den Eindruck bei mir, dass ich das Album wirklich mehrmals hören müsste, weil es so viel an Inhalt zu bieten hat. Die Lore hat mich ein wenig erschlagen.

    Ich glaube aber nicht, dass ich das Album nochmal im Ganzen hören werde. Ich hab sowas schon geahnt, trotz dass ich wirklich Bock drauf hatte.
    Meine Beziehung zu Punk (Rock) ist eine schwierige. Die ärzte haben mich damals vor allem aufgrund ihrer Wortwitze und Wortspielereien (und Farins Texten) in den Bann ziehen können. Da ich kurz vor “Jazz ist anders” eingestiegen bin, lagen da die Punk Rock Tage der Band lange hinter ihnen.
    Bands wie Wizo, ZSK, Slime etc. sind für mich in der Regel Skips, auch wenn ich inhaltlich da oft übereinstimme. Ich mag das oftmals Schrammelige in dem Genre nicht so gern. Das macht mich unruhig und noch mehr Unruhe, als ich eh schon in mir habe, brauche ich wirklich nicht.
    Dieses Album fällt in diese Riege leider ebenfalls rein. Die Songs, die mir im Gedächtnis geblieben sind, werde ich allerdings auf jeden Fall erneut aufsuchen.

  • I could live a lovely lie, but I gotta know.
    – Heera

    Kurzinfos

    Albumtitel: Bismillah
    Artist: Peter Cat Recording Co.
    Erscheinungsjahr: 2019
    Dauer: 50:55
    Genres: Jazz Pop, Indie Pop
    Mein Alter: 24
    Kenne ich die Band/den*die Künstler*in?: Nein
    Habe ich schon mal Songs der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
    Habe ich bereits ein ganzes Album der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
    Singles: Floated By, Where the Money Flows
    Empfohlen von: @jackomono

    Tracklist
    1. Where the Money Flows (5:13)
    2. Floated By (4:16)
    3. Soulless Friends (3:47)
    4. Vishnu <3 (4:25)
    5. Memory Box (8:03)
    6. Freezing (2:54)
    7. Heera (6:19)
    8. I’m This (4:38)
    9. Remain in Me (4:53)
    10. Shit I’m Dreaming (6:22)
    Songs, die mir im Gedächtnis geblieben sind
    • Memory Box
    • Heera
    Gedanken

    Peter Cat Recording Co. sind eine Alternative Rockband aus Neu-Delhi in Indien. Der Albumtitel “Bismillah” bedeutet im Arabischen so viel wie “Im Namen Gottes”.

    Nachdem ich in letzter Zeit einige ältere Sachen gehört habe, dachte ich, dass es ganz nett wäre mal was aktuelleres zu hören. So here we go.

    Track by Track

    “Where the Money Flows” schafft bei mir mit seinem Vogelgezwitscher zu Beginn und dem Autogehupe direkt Stadtassoziationen, die allerdings durch futuristische Sounds und Glöckchen (sie sind zurück <3) aufgebrochen werden. Der Track ist sehr zurückgenommen und ruhig. Ich mag die Stimme des Sängers und wie er “And if I make it so” singt. Der Song ist auf jeden Fall grooviger und ruhiger, als ich erwartet habe. Ich dachte, dass es rockiger losgeht.
    Der Effekt, der über die Vocals gelegt ist in der Bridge, greift das futuristische, abgespacte vom Anfang kurz auf. Ein überraschender Song, der mich interessiert in den nächsten Song gehen lässt.

    “Floated By” beginnt ebenfalls sehr ruhig und relaxt. Ich vibe mit. Da Track 1 und dieser Track die Singles sind, gehe ich mal davon aus, dass das restliche Album einen ähnlich ruhige, entspannte Stimmung mitbringen wird. Die Blasinstrumente lockern den Song für mich auf. Bis hierher kann ich mir das Album gut sonntagmorgens vorstellen im Sommer. Eine Brise zieht durch die Wohnung, das Album läuft. Life is good.

    Bei “Soulless Friends” bekomme ich allmählich den Eindruck, dass das ein Vibe- bzw. Stimmungs-Album für mich ist und kein Lyrics-Album. Ich mag den Endteil, in dem “That it ends” wiederholt wird.

    Der Übergang vom Vorgänger zu “Vishnu <3” war unmerklich. Der Track beginnt äußerst zurückgenommen. Vishnu ist im Hinduismus, neben Brahma und Shiva, einer der drei wichtigsten Gottheiten. Er beinhaltet den erhaltenden Aspekt und ist die höchste Manifestation des Göttlichen. Wahrscheinlich soll die Liebe, die in diesem Song thematisiert wird, eine Assoziation damit sein. Die Liebe als die höchste Manifestation des Göttlichen wäre hier meine Interpretation.

    Mit “Memory Box” ist die Hälfte des Albums und auch der längste Track des Albums erreicht. Rhythmisch ist er schneller als seine Vorgänger, etwas poppiger als alle bisherigen Tracks. Den mag ich sofort, als der Gesang des ersten Verse einsetzt. Melodisch bleibt er mir im Ohr. Die Band bzw. das Album ist echt ein musikalisches Potpourri. Bisher ist das mein Lieblingstrack auf dem Album.

    “Freezing” hat wieder einen Übergang aus dem Vorgängertrack, der kaum merklich ist. Der Song ist ruhiger als “Memory Box”. Der Effekt, der im Intro des Songs über die Vocals gelegt ist, ist spannend. Auf mich wirkt er so, als würde man auf eine Wasseroberfläche greifen, die dann kleine Wellen erzeugt. Die Zeilen “You’ll find me on a / Broken bridge, bleeding, bruised and woken up” bleiben mir im Kopf.

    “Heera” beginnt für mich mit einer mitreißenden Melodie, die mich zum Mitviben animiert. Den Track mag ich sofort aufgrund seiner Melodie. Die Zeilen “Maybe, I’m an act / The kind who fails again / I’m ticking like a time bomb” zusammen mit dem Background Vocals “Roo, roo, roo” gefallen mir sehr. Auch den Chorus mag ich mit den Zeilen “I could live a lovely lie / But I gotta know”. Könnte auch mein persönliches Thesis-Statement sein. Das “Roo, roo, roo” im Hintergrund macht den Song für mich besonders interessant und führt dazu, dass ich einen kleinen Ohrwurm habe.

    “I’m This” führt die Ruhe weiter. Das Klatschen im Song irritiert mich etwas. Die Zeilen “Baby I think we should be freaks / Something I would never believe” bleiben mit mir nach diesem Song. Ich mag das Zusammenspiel der letzten Zeilen des Songs mit der dortigen Melodie.

    “Remain in Me” beginnt mit Bläsern. Die mag ich in dem Song. Ansonsten ist mir der nicht weiter im Kopf geblieben.

    Der Album-Closer “Shit I’m Dreaming” greit die futuristischen Vibes, die am Anfang und zwischendurch angeklungen sind, erneut auf. Er ist ein ruhiger Ausklang eines ruhigen Albums. Der instrumentale Teil in der letzten Minute gefällt mir sehr bei diesem Track.

    Fazit

    “Bismillah” ist ein musikalisches Potpourri. Es lässt mich an Sommer denken. An Ruhe und Entspannung. Es ist definitiv ein Vibe-Album und kein Lyrics-Album für mich.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich das Album nochmal aufsuche. Aber es ist keines, was meine Welt aus den Angeln gehoben und neu justiert hat. Muss ja auch nicht sein. War auf jeden Fall mal was ganz anderes, als das, was ich sonst so höre.

  • Love was my drug, but that’s not what I died of.
    – Reach Down

    Kurzinfos

    Albumtitel: Temple Of The Dog
    Artist: Temple Of The Dog
    Erscheinungsjahr: 1991
    Dauer: 54:59
    Genres: Grunge
    Mein Alter: -4
    Kenne ich die Band/den*die Künstler*in?: Nein
    Habe ich schon mal Songs der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
    Habe ich bereits ein ganzes Album der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
    Singles: Hunger Strike, Say Hello 2 Heaven
    Empfohlen von: @lasse

    Tracklist
    1. Say Hello 2 Heaven (6:22)
    2. Reach Down (11:11)
    3. Hunger Strike (4:03)
    4. Pushin Forward Back (3:44)
    5. Call Me A Dog (5:02)
    6. Times of Trouble (5:41)
    7. Wooden Jesus (4:09)
    8. Your Savior (4:02)
    9. Four Walled World (6:53)
    10. All Night Thing (3:52)
    Songs, die mir im Gedächtnis geblieben sind
    • Say Hello 2 Heaven
    • Reach Down
    • Hunger Strike
    • Call Me A Dog
    • All Night Thing
    Gedanken

    Temple Of The Dog war eine US-amerikanische Rockband, die von Chris Cornell gegründet wurde und nur für dieses eine Album Bestand hatte. Auslöser war der Tod seines Freundes und ehemaligen Mitbewohners Andrew Wood, der 1990 mit 24 Jahren an einer Heroin-Überdosis verstorben ist. Andrew Wood war Sänger der Grunge-Band Mother Love Bone.

    Die Besetzung von Temple Of The Dog mutet wie ein Who’s Who des Grunges der 90er an mit Chris Cornell an den Lead Vocals (Soundgarden, Audioslave), Stone Gossard an der Rhythmusgitarre (Mother Love Bone, Pearl Jam), Jeff Ament an der Bassgitarre (Mother Love Bone, Pearl Jam), Mike McCready an der Lead-Gitarre (Pearl Jam), Matt Cameron an den Drums (Soundgarden, Pearl Jam) und Eddie Vedder als Backing Vocalist (Pearl Jam). Vermutlich habe ich daher mehrmals lesen dürfen, dass es sich um eine “Supergroup” handelt.

    Was meine Berührungspunkte mit Pearl Jam betrifft, sind diese marginal. Chris Cornell wiederum ist mir vor allem durch Soundgarden und Audioslave bekannt. (“Show Me How To Live” von Audioslave hatte mich eine Zeit lang in einem unglaublichen Chokehold.)

    Ich erwarte ein düsteres, von Trauer durchzogenes Album mit schwerer lyrischer Thematik. Mein Gefühl sagt mir, dass ich hier einem Album begegnen werde, was mir sehr gut gefallen könnte. Zumindest, wenn ich von den bisherigen Sachen ausgehe, die ich gehört habe, bei denen Chris Cornell die Texte und den Gesang übernommen hat.

    Track by Track

    “Say Hello 2 Heaven” ist ein, wie ich finde, sehr persönlicher, melancholischer Auftakt in das Album und richtet sich an den verstorbenen Andrew Scott. Chris Cornells Stimme trifft mich sofort. Die Zeile “Please, Mother Mercy, take me from this place / And the long-winded curses I hear in my head” ist mir im Kopf geblieben. Die kraftvolle Art, wie Cornell das “Oh” am Ende vom vierten Verse singt und dann in den unglaublich starken Chorus übergeht, mag ich.
    Bei mir hinterlässt der Song einen eindringlichen, intensiven Eindruck und katapultiert sich damit in meine Favoritenliste.

    “Reach Down” ist mit 11:11 Minuten der längste Track auf dem Album. Ich verliebe mich direkt in den Gitarrenpart am Anfang und denke darüber nach, dass das Grunge-Genre eins konnte: gottlos fantastische Gitarrenparts erschaffen. Der Song wartet mit einer der schönsten Zeilen auf dem Album auf: “Love was my drug / But that’s not what I died of”.
    Das erste Gitarrensolo des Songs von ca. 4:40 bis 8:30 ist zum Niederknien und ich kann gar nicht anders als mitviben. Der Übergang vom Solo in das Interlude und dann in die Bridge, die zeitweise ohne Instrumentierung auskommt, ist umwerfend. Ab 9:20 gibt es nochmal ein tolles Gitarrensolo, was sich bis zum Ende des Songs durchzieht.
    Der Song entlässt mich mit dem Gedanken “Mehr. Mehr Gitarre”. Wenn ein über 11 Minuten langer Song, bei dem fast die Hälfte aus Gitarrensoli besteht, das schafft, ist das schon etwas besonderes.

    “Hunger Strike” hat Backing Vocals von Eddie Vedder und einen starken Auftakt mit der Zeile “Well I don’t mind stealin’ bread from the mouths of decadents / But I can’t feed on the powerless when my cup’s already overfilled”. Die Stimmen von Chris Cornell und Eddie Vedder ergänzen sich ganz wundervoll in dem Song. Ich mag die Intensität des “I’m goin’ hungry” im Chorus. Der Song hat sich äußerst schnell, als einer meiner Favoriten auf dem Album herauskristallisiert.

    “Pushin Forward Back” ist, im Gegensatz zum vorherigen Song, etwas dynamischer unterwegs. Chris Cornells Stimme ist wieder eine 11 von 10 und ich mag es, wie er die Zeile “Too late to cry, she turned away, I started pushin” singt. Die Mischung aus Vocals und Instrumentierung finde ich bei diesem Song besonders. Während Cornell die Zeile “All my kings have fallen down, I started pushin’ / Fallen heroes feed the ground” singt, wirkt es bspw. auf mich, als würde die Gitarre versuchen zu stören und er singt / pusht sich trotzdem durch. Einen ähnlichen Eindruck hinterlässt die Zeile “I know I’ll never drown, drown, drown” bei mir. Die Mischung aus Lyrics und Gitarreneinsatz erzeugen bei mir ein Gefühl des Untergehens. Mag ich.

    Mit “Call Me a Dog” begegnet mir punktgenau zur Hälfte des Albums eine Ballade. Der Song überzeugt mich sofort mit den Zeilen “You say it’s bad luck to have fallen for me / What can I do to make it good for you? / You wore me out like an old winter coat / Tryin’ to be safe from the cold”. Die Bridge finde ich sehr ausdrucksstark, lyrisch als auch gesangstechnisch. Ich glaube, ich habe mich ganz schlimm in diesen Song verliebt. (Ich habe übrigens diese Akustik-Version gefunden und hab mich noch mehr verliebt.)

    “Times of Trouble” startet ruhig mit Akustikgitarre und wird intensiver im Chorus. Der letzte Chorus besticht mich lyrisch sehr mit den Zeilen “But if somebody left you out on a ledge / If somebody pushed you over the edge / If somebody loved you and left you for dead / You gotta hold on to your time and break through these times of trouble”. Das Harmonika-Solo kommt unerwartet, fügt sich aber erstaunlich gut in den Song ein.

    “Wooden Jesus” beginnt mit Drums und ist eine schöne Abwechslung gegen Ende des Albums. Die Wood Block Percussions lockern das Hörerlebnis auf. Der Text ist abstrakter als die vorherigen und handelt wohl von religiösen Gegenständen, die Cornell per Post zugesendet bekommen hat. Ich vermute, dass es sich um einen Jesus am Holzkreuz gehandelt haben könnte, aus dem Kontext der Lyrics geschlossen. Trotz der lyrischen Abstraktheit trifft der Chorus einen Nerv bei mir: “Oh, can I be saved? / I spent all my money on a future grave / Wooden Jesus, I’ll cut you in / On twenty percent of my future sin”.

    Bei “Your Savior” finde ich den Gitarrenpart zu Beginn gottlos gut. Rhythmisch ist er spannend und ich vibe mit.

    Wo wir bei gottlos sind: Chris Cornells Stimme ist gottlos großartig. Das zeigt sich auch im vorletzten Song des Albums “Four Walled World”, der Themen der Isolierung, Abschottung und Gefangenschaft behandelt. Der Song hat gibt mir zwischenzeitlich einen blue-sy Vibe. Ich mag den Rhythmus.

    “All Night Thing” ist der letzte Song. Er handelt vom Schwebezustand, wenn nicht klar ist, ob sich aus einem ONS mehr entwickelt oder es bei der einen Nacht bleibt. Mich begleiten die Zeilen “If it’s an all-night thing, and we fall like a tear fallin’ to the ground / I’ll never come around, and you’ll never hear a word from me / If it’s an all-night thing” noch, als der Song längst sein Ende gefunden hat.
    Ich finde die Wahl des Songs als Closer interessant, da ich thematisch damit absolut nicht gerechnet habe. Für mich schließt “All Night Thing” das Album auf einer durchaus positiven Note ab.

    Fazit

    “Temple Of The Dog” hat bei mir einen starken und nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Das Album wird mit Sicherheit an mehreren Stellen noch nachwirken und ich werde es definitiv wieder aufsuchen, in seiner Gesamtheit und in einzelnen Songs.

    Vom textlichen über die Melodien bis hin zum Gesang bin ich durchweg begeistert. Es war nicht ganz so düster, wie ich es mir vorgestellt habe, dafür viel melancholischer, als ich dachte. Insbesondere Chris Cornells Stimme / Gesang verleiht dem Album einen unglaublichen Nachdruck und ist definitiv einer meiner Höhepunkte des Albums.

    Ich lag also ganz richtig mit meiner Vermutung, dass das ein Album für mich sein könnte.

    Falls ihr Grunge mögt, falls ihr einen Hang zur Melancholie habt und ihr aus irgendeinem Grund (wie ich) dieses Album noch nie gehört habt, tut euch den Gefallen, setzt euch hin und hört das durch. Ich bin mal so frei zu behaupten, dass ihr das nicht bereuen werdet.

    Nach dem Hören dieses Albums habe ich interessehalber in Mother Love Bone reingehört. Falls ihr generell Grunge-affin seid und die Band nicht kennt, lohnt sich auch hier ein reinhören, finde ich. Mir sind bisher “Holy Roller”, “Stardog Champion” und “This is Shangrila” im Kopf geblieben. Ich werde mir vermutlich noch irgendwann das Debütalbum “Mother Love Bone” komplett anhören.
    Schade, dass Andrew Wood bereits so früh gestorben ist. Ich glaube, er hätte das Grunge-Movement in den 90ern stärker beeinflussen können, als es die kurze Zeit, die ihm blieb, zuließ.

  • I’ll make love to you in all good places. Under black mountains, in open spaces, by deep brown rivers that slither darkly through far marches, where the blue hare races.
    – Acres Wild

    Kurzinfos

    Albumtitel: Heavy Horses
    Artist: Jethro Tull
    Erscheinungsjahr: 1978
    Dauer: 49:25
    Genres: Folk Rock, Progressive Rock, Hard Rock
    Mein Alter: -17
    Kenne ich die Band/den*die Künstler*in?: Ein wenig.
    Habe ich schon mal Songs der Band/der*des Künstler*in gehört?: Ja, “Locomotive Breath“.
    Habe ich bereits ein ganzes Album der Band/der*des Künstler*in gehört?: Nein
    Singles: Moths
    Empfohlen von: @kiefheim

    Tracklist
    1. …And the Mouse Police Never Sleeps (3:12)
    2. Acres Wild (3:24)
    3. No Lullaby (7:54)
    4. Moths (3:27)
    5. Journeyman (3:57)
    6. Rover (4:17)
    7. One Brown Mouse (3:22)
    8. Heavy Horses (8:54)
    9. Weathercock (4:06)
    10. Living in These Hard Times (3:10)
    11. Broadford Bazaar (3:38)
    Songs, die mir im Gedächtnis geblieben sind
    • Acres Wild
    • Moths
    Gedanken

    Ich weiß nicht sonderlich viel über Jethro Tull, außer dass die Flöte wohl ein wichtiges Instrument in deren Bandkosmos zu sein scheint. Witzigerweise ist mir die Platte, kurz nachdem mir das Album vorgeschlagen wurde, beim gebrauchten Platten stöbern begegnet. Ich hab sie unbekannterweise mal mitgenommen.
    Und Jethro Tull sind mir vor kurzem auch begegnet als ich “Anarchy in the UKR” von Serhij Zhadan gelesen habe. “Locomotive Breath” von Jethro Tull wird dort als Kapiteltitel verwendet, in dem Part, indem es sich um die Songs dreht, die auf seiner Beerdigung gespielt werden sollen. Den Song mochte ich beim Reinhören.

    Vinylplatte mit dem Cover von Jethro Tulls "Heavy Horses". Ein Mann ist zu sehen, der zwei Pferde am Halfter hält. Es sind die Schriftzüge "Jethro Tull" und "Heavy Horses" sowie "Bring me a wheel of oaken wood, a rein of polished leather, a heavy horse and a tumbling sky, brewing heavy weather" zu sehen.
In der oberen rechten Ecke ist ein Daumen zu sehen, der die Platte hält.
    Track by Track

    “…And the Mouse Police Never Sleeps” eröffnet das Album mit einer Ode an Katzen. Als Katzenmensch ist mir das direkt sehr sympatisch. Melodisch passiert für mich direkt einiges und die Flöte hat ihren ersten Auftritt. Die Zeile “Savage bed foot-warmer of purest feline ancestry” ist unglaublich süß und zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen.
    Das Outro des Songs ist unerwartet mit seiner sehr intensiven Wiederholung von “The mouse police never sleeps”.

    Bei “Acres Wild” hab ich irgendwie als erstes eine Taverne im Kopf. Ich vibe direkt mit. Lyrisch finde ich den Track sehr schön. Allein der erste Verse: “I’ll make love to you / In all good places / Under black mountains / In open spaces / By deep brown rivers / That slither darkly / Through far marches /
    Where the blue hare races”. Gehört mit zu meinen Favoriten auf dem Album.

    “No Lullaby” startet mit E-Gitarre, was mich ein wenig unerwartet erwischt. Durch den Anfang rechne ich mit einem energetischerem Song. Er ist aber eher langsam und gediegen.
    Der Text wirkt auf mich sehr verträumt, was sich für mich unter anderem durch die Zeile “But there’s dragons and beasties out there in the night / To snatch you if you fall” zeigt.
    Rhythmisch finde ich Jethro Tull bis hierher sehr eigen und überraschend. Einerseits mag ich das, andererseits löst das ein wenig Irritation in mir aus. Ich weiß nicht, ob ich das so regelmäßig hören könnte. Der Song ist mir ein wenig zu langatmig.

    Der Anfang von “Moths” gefällt mir melodisch sofort. Generell wecken Jethro Tull bisher eine Vorstellung vom ums Lagerfeuer sitzen und zusammen singen. Finde ich schön. Den Song mag ich auch und vibe mit. Ich mag die Motten-Analogie, die in dem Song aufgegriffen wird.

    Während “Journeyman” läuft, fällt mir besonders das sprachliche Talent von Ian Anderson auf. Ich finde die Lyrics haben eine ganz eigene, einzigartige Sprache, die mir persönlich sehr zusagt. Das Album greift textlich durchweg Naturthemen und -assoziationen auf, was sich mit der folkigen Instrumentierung sehr gut zusammenfügt.

    “Rover” ist wohl dem damaligen Hund “Lupus” von Ian Anderson gewidmet. Lyrisch kann man da auch Parallelen ziehen “The long road is a rainbow / And the pot of gold lies there / So slip the chain and I’m off again / You’ll find me everywhere / ‘Cause I’m a rover”.
    “Heavy Horses” ist für mich bis hierher ein Album, bei dem ich das Gefühl habe, dass man sich darauf schon irgendwie einlassen muss. Ein einfaches “weghören” bzw. “durchhören” ist das für mich jedenfalls nicht.

    “One Brown Mouse” schafft eine Verbindung zum Opener. Diesmal wird die Maus nicht gejagt, sondern sitzt in einem Käfig. Abwechslung ist wichtig.
    Spätestens hier sollte einem klar werden, dass das eine britische Band ist, so viel Fokus, wie auf Tee gelegt wird. Auch in “Journeyman” kam Tee übrigens bereits vor.
    Hier finde ich die Zeilen aus der Bridge sehr schön: “Do you wonder if I really care for you? / Am I just the company you keep?”

    “Heavy Horses” ist der Titeltrack und der längste Track auf dem Album. Den Anfang mag ich.
    Generell bin ich mir an diesem Punkt aber nicht sicher, ob Jethro Tull was für mich ist. Ich hab zwar schon oft mitgevibed, aber so richtig berührt hat mich noch kein Song.
    Hier merke ich, dass ich darüber nachdenke, dass der Song ganz schön lang ist und wenn Songs lang sind (über 6 Minuten), sollte das bestenfalls für mich nicht passieren. Ab hier wird es etwas langatmig, für mich jedenfalls.

    Mit “Weathercock” nähert sich das Album dem Ende. Hätte ich jetzt auch nicht gedacht, dass ich in meinem Leben mal einen Song über einen Wetterhahn höre, but here we are. Fühle die Langatmigkeit leider ein wenig weiter. Vielleicht bin ich aber auch nicht in der Stimmung gerade für diese Art Musik.

    “Living in These Hard Times” und “Broadford Bazaar” sind beides Bonus Track aus dem Jahr 2003. Beide fallen textlich textlich ein wenig aus dem restlichen Album heraus. Sie sind mir nicht im Gedächtnis geblieben.

    Fazit

    “Heavy Horses” war eine interessante Erfahrung. Die Texte mochte ich sehr gerne. Lyrisch sind sie wunderschön, unabhängig davon, dass ich selbst nicht so viel aus ihnen ziehen konnte. Die Bilder, die kreiert werden, sind sehr stark und lebendig.

    Ich habe beim Hören den Eindruck gewonnen, dass es nicht wirklich meine Musik ist. Auch wenn ich dabei bleibe, dass ich “Heavy Horses” melodisch sehr interessant finde und die Instrumentierung mag. Es hat mich nicht mitreißen, nicht emotional abholen können und zumindest das sollte Musik schon tun.

    Werde ich “Heavy Horses” nochmal aufsuchen? Vielleicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das Album im Frühling gut macht.

  • Vor einiger Zeit habe ich mich gefragt, welche Band wohl am häufigsten den Begriff “Blut” bzw. “Blood” in ihren Texten verwendet: Blutengel, Agonoize oder Suicide Commando.

    Das hat mir keine Ruhe gelassen, also habe ich mir ein Python-Skript gebastelt und von genius alle verfügbaren Lyrics gezogen. Die habe ich dann nach dem Begriff “blut”/”blood” (eigenständig und innerhalb von Worten) durchforstet und mir mit matplotlib Diagramme erstellen lassen.

    Remixe sind da allerdings nicht rausgefiltert. Songs, die als remastered geführt werden, ebenfalls nicht. Songtitel sind dabei auch nicht berücksichtigt. Also ist es nur eine grobe Tendenz, wer die Begriffe, wie oft verwendet (hat).
    Angaben ohne Gewähr. Das war nur zum Spaß gedacht und ich dachte, ich lass euch an meiner Erkenntnis teilhaben.

    Average of occurrences of blood and blut in all songs (pie chart)
Blutengel 23.6%
Suicide Commando 32.1%
Agonoize 44.3%
    Number of Songs Containing ‘Blood’ and 'Blut’ (pie chart)
Suicide Commando 47
Blutengel 72
Agonoize 20
    Total combined occurrences of 'blood' and 'blut' (pie chart)
Suicide Commando 165
Blutengel 207
Agonoize 106
  • Mein Atem stockt, als du deine Hand auf meinen Arm legst, mich davon abhältst zu gehen.
    Du weißt, dass ich das eigentlich nicht kann, das zwischen uns.
    Du weißt, dass ich nachgeben werde, wenn du mich jetzt nicht gehen lässt, dass du mich damit brechen wirst.

    Ich hebe meinen Kopf, löse den Blick von deiner Hand auf meinem Arm, um dir in die Augen zu sehen.
    Du weißt das alles, du spürst es.
    Du weißt, wie sehr ich versuche mich von dem Dunkel deiner Augen loszueisen, wie ich kämpfe, um es nicht soweit kommen zu lassen. Aber ich kann nicht. Ich kann es einfach nicht.

    Du pinnst mich mit deinem Blick fest. Er zeigt Entschlossenheit. Zeigt mir, dass all das keinen Wert für dich hat. Ich sehe deinen Willen, mich zu besitzen. Ich sehe die Lust, die deine Augen verschleiert.
    Ich kann mich nicht mehr bewegen, spüre wie mir mein eigener Wille, wie mir die Kontrolle entgleitet.

    Kein Aufbegehren in mir ist mehr zu spüren, als du deine Hand langsam über meinen Arm hinauf zu meinem Hals gleiten lässt und zudrückst.
    Mein Kopf fällt fast schon unwillkürlich in den Nacken.

    Dir entgeht mein leichtes Zittern nicht und um deine Lippen legt sich dieses verdammte spöttische Lächeln. Dieses Lächeln, was mein Hirn zu einem nutzlosen Klumpen werden lässt. Dieses Lächeln, dem ich so verhängnisvoll verfallen bin.

    Bestimmt drängst du mich immer weiter nach hinten, ohne den Blickkontakt zu lösen, bis meine Rückseite die kühle Wand berührt.

    Du löst deine Hand von meinem Hals und stützt sie neben meinem Kopf ab. Mein Hirn unternimmt einen letzten kläglichen Versuch, mich aus dieser Situation zu befreien. Ich weiß, dass ich mich mit dir ins Verderben stürze, dass ich sündige, dass das, was sich ereignen wird, unverzeihlich ist, aber es ist egal.
    Es ist egal, dass ich fallen werde. Es ist egal, dass der Aufschlag hart sein wird. Es ist egal, dass du mich brechen wirst.

    Dein Gesicht ist nur noch wenige Zentimeter von meinem entfernt und deine Augen blicken unverwandt in meine. Ich muss meine für einen Moment schließen. Mein Hirn hat all seine Funktionen auf ein Minimum reduziert. Allein mein Herz bleibt mir, bebend und vibrierend.

    Du hast mich gefesselt, schon bevor ich selbst wusste, wie mir geschieht.
    Du bist aus dem Nichts aufgetaucht und hast meine Welt aus den Angeln gehoben. Einfach so.
    Manchmal habe ich mich gefragt, was es war, dass mich so an dir faszinierte, was alles Logische in mir aussetzen ließ. Aber die Antwort ist wohl so nichtig, wie alles, was gerade um uns herum passiert.

    Ich spüre deinen Atem so nah an meinen Lippen, viel zu nah.
    Ich weiß, was du willst, was du schon so lang von mir willst und was ich dir bisher nicht geben konnte, wollte.
    Du willst, dass ich jetzt nachgebe, mich dir hingebe.
    Du willst, dass ich falle.
    Und du weißt verdammt genau, wie viel du von mir damit verlangst.

    Deine Lippen berühren meinen Hals nur ganz leicht, gleiten langsam zu meinem Kinn, halten dort für einen Moment inne.
    Hinter meinen Lidern färbt sich die Dunkelheit langsam in die buntesten Farben.
    Mein Herz hat ein unmenschlich schnelles Tempo aufgenommen und ich glaube zu wissen, dass du es hörst, dass du die Schläge dieses Muskelklumpens spürst.

    Mit einer Intensität, die mir all die Luft aus meinen Lungen zieht, pressen sich deine Lippen auf die meinen und ich lasse mich völlig in den Moment fallen, denn ab hier, ab jetzt, gibt es keinen Rückweg mehr.

    Du hast mich in Brand gesetzt, bezwungen und geführt.
    Du bist mehr, als du mir zeigst und doch nicht alles, was du zu sein gibst, was du zu sein glaubst.
    Und dennoch bist du alles, was ich jemals wollte, auch wenn es noch so falsch ist.

    (25.04.2015)